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Kollektion von interaktiven RFID-Lernmedien
Kollektion von interaktiven RFID-Lernmedien
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Berufliche Bildung von Blinden und Sehbehinderten
Button-gelb Berufstätigkeit von Sehgeschädigten
Button-gelb Web-gestützte Ausbildung
Button-gelb Erkundung von Web-Büchern
Button-gelb Lernmaterialien

Impressum
   

Berufstätigkeit sehgeschädigter Menschen

Blinde und Sehbehinderte machen ihren Job genauso gut wie jeder andere. Die berufliche Palette umfasst eine Vielzahl von Tätigkeiten u. a. in Büro und Verwaltung, im Gesundheitswesen, in der Informations- und Kommunikationstechnik sowie in Handwerk und Gewerbe.

Angaben aus dem Jahre 2002 sprechen von etwa 10.000 erwerbstätigen Blinden in Deutschland, darunter etwa 30% Fachkräfte in der Telekommunikation, 20% Masseure und Physiotherapeuten sowie 20% Mitarbeiter in der Verwaltung. Man schätzt, dass die Anzahl sehbehinderter Menschen etwa drei- bis viermal so hoch wie die der blinden ist.

Die Entwicklung der Computertechnik mit Braillezeilen, Sprachausgaben, maßgeschneiderter Vergrößerungssoftware und Bildschirm-Lesegeräten hat wesentlich dazu beigetragen, dass Blinden und Sehbehinderten neue Tätigkeitsfelder erschlossen wurden. Audio-visuell-taktile Interaktion ist hierfür kennzeichnend.

        ► Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.

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Web-gestützte Ausbildung (Web-Based Training)

Auch für die Ausbildung von Blinden und Sehbehinderten werden Lernunterlagen in Intranet und Internet benötigt, um eigenverantwortliches und selbstorganisiertes Lernen zu ermöglichen. Besondere Unterstützung wird dabei durch web-basierte Kurse erreicht, die nicht nur Text sondern auch Grafik und darüber hinaus sogar interaktive 3D-Modelle enthalten.

Die Forschungsstelle hat gemeinsam mit Partnern aus dem Bereich der beruflichen Bildung von Blinden und Sehbehinderten die Fragen und Wirkungen studiert, die bei Entwurf, Realisierung und Einsatz solcher Kurse auftreten (u. a. auch gefördert vom BM für Arbeit und Soziales). Vor allem die Ausbildungseinrichtungen der Blinden und Sehbehinderten in Mainz (Berufsförderungswerk Mainz und Zentrum für Physikalische Therapie), Düren (Berufsförderungswerk Düren), Chemnitz (SFZ Förderzentrum Chemnitz: Berufsfachschule) und Nürnberg (Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte: Berufsfachschulen) haben dabei maßgeblich mitgewirkt. 

Im Jahr 2002 ist mit dem web-basierten Text- und Grafik-Kurs zur Physikalischen Therapie und seinen 175 Webseiten sowie 190 Abbildungen für Blinde und Sehbehinderte erstmalig ein elektronischer Kurs dieser Art überhaupt geschaffen worden. Der Gegenstandsbereich ist dabei durch besonders diffizile Objekte und Strukturen gekennzeichnet.

Während bereits 1998 durch Einsatz optischer Sensorik echt interaktive 3D-Modelle in elektronische Bücher eingebunden werden konnten, wurde schließlich ab 2006 unter Einsatz von RFID-Transpondern erreicht, sogar 3D-Modelle in ein komplexes web-basiertes Lernsystem zu integrieren.

Verwendet werden solche Lern-Web-Bücher als Ergänzung des traditionellen Unterrichts, zum Selbststudium und zusätzlich in besonderen Situationen. Die Anwendung für den angeleiteten Fernunterricht wird empfohlen. 

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Erkundung und Navigation der Web-Bücher

Zwar kann ein web-basierter Text-, Grafik- und 3D-Modell-Kurs mit einem herkömmlichen Webbrowser gelesen werden. Doch der umfassende Zugriff auf Text, Grafik und 3D-Objekte durch Sehen, aber eben auch durch Hören und Tasten, wird allein mit einem speziellen Explorer erreicht. Der Web- und Funkmedien-Explorer "WebFuX" ist ein solcher ("Web- und Funkmedien-Explorer, Anwenderdokumentation", Anlage C zum Projektbericht "Barrierefreie intelligente Lernmedien- und "-systeme für die Berufsausbildung von Blinden und Sehbehinderten durch RFID-Funkchip-gestützte Interaktion" , Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik, Dresden 2010).

Startseite des Web- und Funkmedien-Explorers
Web- und Funkmedien-Explorer, Startseite
 

Mit dem WebFuX wurde ein Lernsystem bereitgestellt, das der integrativen Berufsbildung von Blinden und Sehbehinderten dient. Es gestattet, Web-Bücher auditiv, visuell und taktil zu erkunden, die in Internet, Intranet oder auf dem eigenen PC verfügbar sind und durch gegenständliche Lernmedien wie Tastreliefs, Funkreliefs und Funkmodelle ergänzt werden. Ein blinder, sehbehinderter oder normalsichtiger Nutzer des WebFuX  greift in der Mediathek ein "handliches" Modell, beispielsweise aus der Kollektion der Modelle zum Anatomie-Lehrbuch, und kann es sofort auf seine Weise interaktiv erkunden.

Der WebFuX läuft auf einem gewöhnlichen Personalcomputer, der für den blinden Endnutzer zusätzlich mit einer interaktiven Tastfläche ausgestattet wird. Mit dem WebFuX können u. a. Text und Bild mehrstufig vergrößert, Farbkontraste verändert, Text akustisch präsentiert sowie Abbildungen und 3D-Modelle im Rahmen eines Tasten-Zeigen-Hören-Dialogs interaktiv erkundet werden.

Der Explorer kann als effiziente Komponente in web-basierte Lernplattformen für Blinde und Sehbehinderte (eLearning) eingegliedert werden und lässt sich auch in anderen Anwendungsbereichen sinnvoll einsetzen.

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Lernmaterialien für die berufliche Bildung

Lernmaterial wird heute multi-medial in seiner umfassenden Bedeutung angeboten.

Für Blinde und Sehbehinderte heißt das, die Texte in den traditionellen nicht-elektronischen Formen wie Blindenschrift, Großschrift und Normalschrift sowie in hörbarer Form auf digitalen Medien bereitzustellen. Hierzu liegen Abbildungen gedruckt und in tastbarer Form auf Schwellpapier vor.

CD Anatomie
DAISY-Lehrbuch zur Anatomie
 

 Tastabbildungen zur Anatomie
Tastabbildungen zur Anatomie
 

Die elektronischen Formen von Lernmaterialien werden zunehmend als Web-Buch im Intranet oder über das Internet zur Verfügung gestellt, häufig als Inhalt von Lernplattformen. Der Zugriff erfolgt mithilfe von PC oder auch über Smartphone.

Zugriff auf ein Webbuch mit Tablett-PC    Zugriff auf ein Webbuch mit Smartphone
Zugriff auf ein Webbuch mit Tablett-PC und Smartphone
 

Abbildungen zu Webbüchern werden Blinden und Sehbehinderten in der Ausbildung entweder als Tastabbildung oder als signifikant eingefärbte, vergrößerbare Bildschirm-Abbildung nahegebracht. Beide Formen können mithilfe eines PC interaktiv genutzt werden. 

 PC-gestützter Dialog über eine Augen-Tastabbildung   PC-gestützter Dialog über ein Auge
Interaktive Abbildungen auf Tasttablett (Schwellpapier) und Bildschirm
 

Auch "handliche" 3D-Modelle stehen als Komponenten von Web-Büchern für die Ausbildung zur Verfügung. Interaktivität wird dabei durch die Implantation von RFID-Funkchips erreicht.

Interaktives Hüftgelenk
Interaktives Hüftgelenk

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© GFaI Sachsen, Forschungsstelle Dresden, 16.10.2010