![]() Tastrelief (Otto Rabisch 1995) |
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Bei den anwendungsorientierten Arbeiten der Forschungsstelle stand zunächst im Vordergrund,
Bis 1996 waren alle Arbeiten darauf gerichtet, eigenständige Applikationen für Personalcomputer zu entwickeln, die zusätzlich mit speziellen Geräten für die Ein- und Ausgabe ausgestattet waren (Computer-Based Training). Neben der klassischen PC-Peripherie kamen dabei auch Sprachausgaben und Tasttabletts zum Einsatz. Mit Spracheingabe wurde experimentiert.
Bereits seit 1992 wurden Tastreliefs aus tiefgezogener Folie und Spezialpapieren verwendet, die mithilfe elektronischer Tasttabletts direkt als anfassbare Benutzerschnittstelle in der Mensch-Computer-Interaktion eingesetzt wurden. Aus heutiger Sicht kann man diese Arbeiten durchaus als Vorstufe zum Gebiet der Mixed Reality-Forschung ansehen. Dies umso mehr als 1995 schließlich 3D-Experimentalmodelle in diese Form der interaktiven Arbeit einbezogen wurden.
Als dann 1998 echt interaktive 3D-Modelle realisiert werden konnten, war der Weg frei, dass Endnutzer mithilfe von sensitiven, handlichen Objekten der realen Welt nunmehr Leistungen aus der virtuellen Realität des Internets abrufen konnten (Web-Based Training 2000).

Oberflächensensitives interaktives 3D-Modell
Mit der Implantierung von RFID-Transpondern in Modelle der Anatomieausbildung wurde ab 2006 ein Niveau erreicht, die einem Computerbenutzer die Interaktion mit der Maschine direkt durch physikalische Objekte erlaubt. Die interaktiven Modelle werden für ihn in einer Mediathek bereit gehalten. Mithilfe dieser RFID-Anatomiemodelle greift der Nutzer auf elektronische Lernmaterialien zu, die in Internet bzw. Intranet platziert werden.

Columna vertebralis, interaktiv
Alle diese Materialien aus Virtualität und Realität werden als interaktive Medien in den webgestützten Lernsystemen für die berufliche Bildung insbesondere von Blinden und Sehbehinderten verwendet, dem Hauptanwendungsgebiet der Forschungsstelle: Web-Based Training mit gemischten Medien aus Virtualität und Realität.
Aus heutiger Sicht sind die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der Forschungsstelle damit in das hochaktuelle Thema der Mensch-Computer-Interaktion in Mixed Reality Systems einzuordnen (Systeme gemischter Wirklichkeiten aus Virtualität und Realität), häufig auch als Mixed-Media-Interaktion bezeichnet.
Ein Schwerpunkt ist die Gestaltung von Benutzungsschnittstellen mit der Spezifik des Tangible Interaction Design (anfassbare Benutzerschnittstellen). Alle Arbeiten sind hierbei vom Gebot der bestmöglichen Ausrichtung auf die Bedürfnisse blinder, sehbehinderter und auch normalsichtiger Endnutzer bestimmt.
Die Forschungsstelle "Blindeninformatik" hat von mehreren Einflussfaktoren des Dresdner Umfelds in Wissenschaft und Technik profitiert.
► Fördernde Faktoren im Dresdner
Umfeld von Wissenschaft und Technik